Robotik am Archenhold-Gymnasium

WM 2012 Mexiko

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Endlich geht es los. Pünktlich um 8 Uhr treffen sich die Teammitglieder der ARCHE-ROBOTS im Terminal D des Flughafens Berlin-Tegel. Im Gepäck haben sie gute Laune, technisches Equipment, einen Roboter, sowie die Eintrittskarte zur ROBOCUP-Weltmeisterschaft in Mexico City. Auch wenn der Roboter durch alle Sicherheitskontrollen kommt, wirkt vor allem in Deutschland das Sicherheitspersonal sehr erstaunt. Mit einer Passagiermaschine von AIRFRANCE geht es zuerst nach Paris, wo auf das Team, bestehend aus Niklas Deckers, Edwin Brüseke, Adrian Jost und Markus Kramer, sowie die Betreuer Jan Geschinsky und Frank-Michael Krause ein zweistündiger Aufenthalt wartet. Nun steigt das Team in eine Boeing 747-400 von AIRFRANCE. Auf den Sitzplätzen liegen Kissen und Decken bereits, doch niemand aus dem Team wird diese benötigen. Die Maschine hebt ab. Die Flugbahn verläuft über England, weiter über den Atlantik, über Kanada, New York, Atlanta. Die Uhren an den Handgelenken der Schüler der Archenhold-Oberschule in Berlin zeigen Mitternacht, doch draußen ist es noch hell. Im Inneren der Maschine besprechen die 13- und 14-jährigen den Code, mit dem sie bei der Weltmeisterschaft antreten werden. Nach über 12 Stunden Flug landen sie in Mexiko. Es ist gerade Nachmittag. Nachdem die „Immigration“ sowie die Bangen um die Koffer überstanden sind, fahren die Teammitlieder und ihre Betreuer mit einem Taxi zu einem Hotel in der Nähe des Veranstaltungsorts des ROBOCUPs, dem World Trade Center. Vor den Schülern erhebt sich langsam das Bild der Stadt Mexiko: Verkehrschaos, Imbissstände und Plakate, auf denen Politiker abgebildet sind: Mexiko ist im Wahlkampf.

Die ARCHE-ROBOTS haben während ihres Aufenthaltes in Mexiko von ihren Erlebnissen berichtet. Die nachfolgenden Texte sind, wenn nicht anders angegeben, von Schülern geschrieben und an und (alle) an der einen oder anderen Stelle bearbeitet worden.

Montag, 18.06. (Anreise)

Wir haben uns 8 Uhr in Tegel getroffen und den Sicherheitscheck gut überstanden. Die Sicherheitsleute schienen schon Bescheid gewusst zu haben, weil kurz vor uns die Fußballer vom FIRST eingecheckt hatten.

In Paris haben wir eine Weile nach dem richtigen Gate gesucht und sind dann mit fast 500 anderen Leuten in die Boeing 747 nach Mexico City gestiegen. Es waren wieder viele auffällig junge Leute mit Lego-Teilen dabei.

Der Flug ging über England, südlich an Island vorbei bis zur Küste von Neufundland. Danach ging es über Montreal, Alabama und Houston weiter entlang der Küste des Golf von Mexiko bis nach Tampico. Gegen 19 Uhr Ortszeit landeten wir in Mexico City. Hier gab es intensive Kontrollen.

Anschließend wurden wir von Volunteers empfangen, die uns gleich halfen, ein Taxi zum Hotel zu finden. Nach einer knappen Stunde Fahrt durch überfüllte Straßen kamen wir im Hotel an.

Dort bekamen wir unsere Zimmer und lernten gleich etwas fürs Leben. Wenn ein mexikanisches Hotel ankündigt „Breakfast included: European Plan“, dann bedeutet das nicht etwa, dass man sein Frühstück europäisch planen kann, sondern, dass es nichts gibt. Das bedeutet, dass wir unser Frühstück selber bezahlen müssen. Wichtiger für uns ist aber das WLAN im Hotel, denn im WTC gibt es keins. Nach den ersten Mails war gegen 22 Uhr Feierabend, spät genug, denn in Berlin wurde es um diese Zeit schon hell.

Dienstag, 19.6. (Registrierung, erste Tests, Stadtrundgang)

Beim Frühstück trafen wir die Fußballer wieder, deren Gepäck in Atlanta geblieben war. Gut, dass wir die Zwischenlandung in den USA von Anfang an ausgeschlossen hatten.

In unserer schicken Wettkampfkleidung (nochmals ein Dankeschön an Frau Kober) hatten wir 10 min. Weg zum WTC, vorbei an kleinen Läden und Kneipen. Bei der Registrierung erhielten wir unsere Ausweise, ohne die man auch nirgends hinein kommt. Und nur die Schüler dürfen in die Vorbereitungszone, alle Erwachsenen können sich außerhalb die Zeit vertreiben. Die Eröffnung erfolgte nur durch die offiziellen Chef auf spanisch, so ein Gruppenbild wie in Magdeburg wurde leider nicht gemacht, schade.

Die Hauptaufgabe bestand heute darin, den Roboter zu testen und zu prüfen, ob die Programmänderungen funktionieren. Bei der Teamleiterbesprechung wurden die Abläufe für die nächsten Tage bekanntgegeben. Wir müssen an drei Tagen (Mittwoch bis Freitag) jeweils dreimal starten, wobei von den neun Durchgängen der schlechteste gestrichen wird. Das ist sehr erfreulich, denn nun kann uns ein verk***ter Finallauf nicht mehr zum Verhängnis werden. Es bedeutet aber auch, dass die drei folgenden Tage wenig Freizeit bieten.

Jetzt haben wir auch die Starterliste erhalten und wissen nun, dass in unserer Liga 32 Teams starten. Die meisten, nämlich 6, kommen aus Deutschland, außerdem je eins aus Österreich, Kanada, Taiwan, Kroatien, Italien, der Slowakei, Schweden, der Türkei und den USA. Außerdem sind noch je zwei Teams aus Brasilien, aus dem Iran, aus Mexiko, aus Portugal und England sowie drei aus Japan und vier Teams aus China am Start. Eine bunte Mischung also.

Am Nachmittag erledigten wir die ersten Einkäufe und stellten fest, dass Honigmelonen, Papayas und Bananen richtig Geschmack haben können.

Abends wurden wir von Sofia und ihrem Vater durch die historische Altstadt geführt, wir schauten uns den Zocalo, den wichtigsten Platz in der Stadt, die Kathedrale und den Templo Major, die zerstörte Pyramide der Azteken, an. Anschließend gingen wir in einem der schönsten Restaurants der Stadt essen.

Mittwoch, der 20.06. (erster Wettkampftag)

7 Uhr, der Wecker klingelte, doch niemand wollte schon aufstehen. Allmählich quälten wir uns doch aus dem Bett, zogen uns an und es gab auch schon Frühstück. Danach begaben wir uns zu Fuß in das World Trade Center und bereiteten uns auf unseren ersten Lauf vor.

Schon während der Proben gab es immer wieder Probleme mit der Rampe. Doch dann war es auch schon soweit, wir starteten unseren ersten Lauf und die ersten drei Räume funktionierten auch perfekt. Doch dann: Die Rampe. Die Anfahrt funktionierte gut, aber dann rutschten die Ketten immer wieder ab und wir setzten den Roboter in den oberen Raum, die Dose war schnell gefunden und gegriffen. Jetzt begab sich der Roboter auf die Suche nach der schwarzen Ecke, um die Dose zu platzieren. Er erreichte diese, aber er stellte die Dose nicht ab, sondern fuhr noch eine Runde. Wieder war er an der schwarzen Ecke angekommen, doch wieder stellte er die Dose nicht ab. Endlich: Nach der dritten Runde drehte sich der Roboter und platzierte die Dose. Jetzt endlich hatte er es geschafft. Wir arbeiteten daran, dass die wir die Rampe schafften, doch dann gab es Probleme mit dem Linienfolger, aber das war schnell behoben und wir arbeiteten weiter an der Rampe. Für dir Rampe haben wir von einem anderen Team einen guten Tipp bekommen: Wir wischten wir unsere Ketten mit Brillenputztüchern ab, um sie zu entfetten.

Jetzt endlich fand der zweite Lauf statt; alles lief ohne Probleme, sogar die Rampe. Dann fanden wir auch die Dose, aber der hintere Taster löste nicht aus, so hatten wir die Dose vorerst nicht gefunden und suchten weiter. Dann fanden wir die Dose zum zweiten Mal, doch wieder löste der Taster nicht aus. Doch nun, beim dritten Versuch, schloss sich der Greifer um die Dose, jedoch hatten nur noch zwanzig Sekunden Zeit, um die Dose abzustellen, was uns leider nicht reichte.

Darauf schauten wir uns ein wenig bei den Majors um und warteten auf unseren dritten und - für den heutigen Tag - letzten Lauf. Wieder lief alles bis zum oberen Raum perfekt und der Roboter fand auch die Dose, doch dann drehte er sich zu weit und verfehlte den Behälter. Auch der darauffolgende Versuch ging daneben. Wir starteten das Programm erneut am Anfang des Raumes neu, doch diesmal blieben wir an der Wand hängen und entschieden uns für das Abbrechen, weil es einen Fehler im Programm gab. Diesen Fehler behoben wir natürlich unmittelbar nach dem Lauf.

Wir stehen damit augenblicklich auf Rang 11, was aber nicht viel bedeutet. Genaueres gibt es hier zu lesen.

Lehrerbericht zum Tage:

Ohne die müden Schüler haben wir den Versuch einer Busfahrt ins Zentrum unternommen. Kurz nach 18 Uhr im schönsten Berufsverkehr standen wir an der Station des Metrobusses und ließen, so wie auch die meisten Mexikaner, einige Busse vorbeifahren, weil keiner mehr hineinpasste. Der vordere Teil ist für Frauen und Kinder reserviert und genauso voll. Irgendwann war ein Bus etwas leerer, wir stiegen ein und nach drei Stationen bog der Bus von unserer Route ab. Also aussteigen, wieder eine Station zurück und dann doch einmal hineindrängeln. Halb 8 waren wir am Ziel, um wollten wir eigendlich wieder zurück sein. Das ging etwas besser, weil weniger Leute in dieser Richtung unterwegs waren. Diese Busse haben eine eigene Spur und fahren hintereinander weg. Dennoch sind sie als Verkehrsmittel mit Gruppen nur bedingt geeignet.

Mexico City ist eben mit 20 Millionen Einwohnern eine echte Großstadt, Berlin dagegen eher gemütlich.

Donnerstag, 21.06. (zweiter Wettkampftag und Juniorparty)

Schön wäre es, mal einen perfekten Lauf zu haben. Im ersten holperte sich der Roboter durch die unteren Räume mit einigen Eingriffen, stellte dann aber die Dose ab. Das war gut. Im zweiten Lauf konnte er der Linie wie am Schnürchen folgen, fuhr (glaube ich) auch die Rampe hoch und fand die Dose. Er drehte sich nicht weit genug, um sie greifen zu können. Das ist eine echte Schwäche in unserem Design. Der Roboter irrte dann noch durch den Raum, fand und griff auch irgendwann,die Dose. Aber zum Abstellen reichte die Zeit nicht. Da es für das Berühren der Dose keine Punkte gibt, war es verlorene Liebesmüh, schade. Zum dritten Lauf sage ich nur VVK. Im Anschluss waren Gespräche nötig, die sich im Wesentlichen um Teambildung drehten. Das ist ein langer Prozess.

Dennoch haben wir den Kontakt zum ersten Drittel und damit die Chanche auf die Superteam-Wettbewerbe noch nicht verloren.

Am Abend dann das absolute Highlight bisher. Die Mexikaner haben uns gezeigt, wie man feiert. Wir wurden mit Bussen zu Universität La Salle gefahren, dort war im Innenhof eine (zum Glück überdachte) Bühne aufgestellt. Dann ging die Post ab. Es spielten mehrere Bands unterschiedlichster Stilrichtungen, teilweise traten auch Tanzgruppen auf und unten wurde getanzt und fotografiert. Jeder wollte mit jedem aufs Bild, bunter kann man es sich kaum vorstellen. Blöd war, dass wir keine Geschenke hatten, das ist wichtig fürs nächste Jahr. Am Ende kam die obligatorische Mariacci-Kapelle, die den Kehraus besorgte. Jede Gruppe wurde wieder in Busse gesetzt und von Volunteers bis ins Hotel begleitet.

Freitag, 22.06. (dritter Wettkampftag)

Wie vom Schiedsrichter versprochen, waren die Kurse diesmal fast unmöglich zu schaffen. Telweise lagen so viele Hindernisse im Weg, dass unser Linienfolger nicht mehr arbeiten konnte, weil die Sensoren zu weit von der Platte entfernt waren. Das ist Arbeit für das nächste Jahr.

Obwohl wir schon dachten, dass es nicht schlechter als am Donnerstag geht, ist ein Lauf mit 100 Punkten völlig schief gegangen, unser Streichlauf. Die anderen beiden waren für diese Verhältnisse gut und da auch die anderen Teams Probleme hatten, reichte es.

Hurra, wir haben es geschafft und uns für das Superteam qualifiziert. Also noch einmal ran an die Platte und nun gemeinsam mit dem japanischen Team Dosen transportieren. Insgesamt kamen wir auf den siebenten Platz von 32 angetretenen Teams. Für das erste Mal ist das ein schöner Erfolg.

Samstag, 23.06. (vierter, zusätzlicher Wettkampftag mit Siegerehrung)

Nachdem wir uns in der Einzelwertung kontinuierlich verbessern konnten und als zweitbestes deutsches Team auf Platz 7 gelandet sind, waren wir für den vierten Wettkampftag als Superteam qualifiziert. Dazu werden aus den besten 12 Teams je zwei zusammengelost, die dann gemeinsam mit ihren beiden Robotern eine Aufgabe bewältigen müssen. Eine Mannschaft muss drei Dosen aus einem unteren Raum der Wettkampfaren ain den zweiten Raum transportieren, die zweite Mannschaft muss dann die Dosen übernehmen und die Rampe hinauf in den oberen Raum schleppen und dort abstellen.

Diese Aufgabe wurde am Freitag gegen 18 Uhr bekanntgegeben und beide Teams müssen ihre Arbeit koordinieren. Am Freitagabend um 22 Uhr stand das Programm. Am Samstag früh startete der Wettbewerb. Wir schafften es im dritten Lauf als einzige Mansnchaft, zwei Dosen nach oben zu fahren und dort abzustellen. Auch bei den Älteren gab es kein Team, das annähernd so viele Punkte bekam wie wir. Damit haben wir unseren ersten Weltmeistertitel.

Hier sieht man die Berichte unserer Konkurrenz:

Sonntag, 24.06. (Sightseeing)

Geplant war eine Fahrt zu den Pyramiden nach Teotihuacan.

Zitat von dort: „By bus - Buses to Teotihuacan leve from Mexico City about every half hour from two locations: Terminal Autobuses del Norte (outside Autobuses del Norte Metro station, Line 5) or from outside the Potrero Metro station (Line 3). A one-way ticket wil cost $ 35 pesos. From Terminal des Norte, walk towards Gate 8. There is aticket booth almost at the end of the concourse. Check that your bus goes to the site entrance of Teotihuacan ruinas and not just to the town of San Juan Teotihuacan nearby. From Potrero, exit the station and look for white buses that go to Piramides -- they mean the pyramids of Teotihuacan. The trip will take around an hour, and the buses run until about 6pm -- check the last departure before you leave. You will be dropped off and picke up at Puerta 2 (Closest to the Pyramid of the Sun), or by the front gate. From there it's a 1/8th of a mile down the main road entering the complex, you will be picked up there as well.“

Montag, 25.06. (Xochimilco und Heimflug)

Weiter mit dem Zitat: „Though Xochimilco is far from the city center, it is well served by public transportion. First, take Metro Line 2 (the blue line) to Tasqueña (in a few stations on the way, you may see it spelled Taxqueña). As you exit the train platform at Tasqueñ, make a sharp right turn to get to the Tren Ligero (light rail). The light rail does not accept Metro tickets, so you must buy seperate tickets ($ 3) at the booth just outside the train turnstiles. Xochimilco is the last station on the light rail line, and the embarcaderos are just a short walk away.“

Nach diesem Ausflug mit musikalischem Abschluss mussten wir leider nach Hause und für uns ging eine Tour zuende, die wir sicher nicht vergessen werden.

Ergebnisse

Hier ist die Tabellen vom Hauptschiedsrichter und der offiziellen Seite.

Der Reisebericht stammt von Niklas Deckers, ursprünglich geschrieben im Archewiki.




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